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Rezepte von Monika Kellermann |
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Kulinarischer Kalender für den Gardasee
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Klassische Wintergerichte am Gardasee Der Winter am Gardasee hat seinen besonderen Reiz! Jetzt gehört der See den Einheimischen und denjenigen Ausländern, die sich hier niedergelassen haben und sich auch in der kühleren Jahreszeit am See und seinem reizvollen Hinterland wohl fühlen. |
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 |  |  | | | Kaki
Kaki vom Gardasee
Wer jemals in den Wintermonaten am Gardasee war, der erinnert sich sicherlich an die kahlen, blätterlosen Bäume, an denen – wie Weihnachtskugeln – orangefarbene kugelrunde Früchte hängen. Vor allem wenn die tief stehende Wintersonne darauf scheint ist das ein herrlicher Anblick.
Kakibäume stammen ursprünglich aus Asien, fühlen sich aber auch am Ufer des Gardasees sehr wohl. Kakibäume werden bis zu zehn Metern hoch und gleichen in der Form einem Apfelbaum. Die kugeligen, einer Tomate ähnlichen Früchte, können bis zu 500 g schwer werden. Das gelblich-orange Fruchtfleisch enthält bis zu acht Samenkerne und schmeckt, im optimalen reifen Zustand sehr lecker und aromatisch.
Der hohe Taningehalt verleiht den Früchten einen eher herben Charkter, der sich vor allem bei noch nicht völlig ausgereiften Früchten bemerkbar macht. Sind Kaki aber richtig reif, und so bekommt man sie im November und Dezember am Lago, dann erinnert ihr saftiges Fruchtfleisch an Birne und Aprikose. Die saftigen, weichen, schmackhaften Früchte sind zudem überaus gesund, denn sie enthalten sehr viel Beta-Carotin-Gehalt (Provitamin A).
Die schöne und köstliche Winterfrucht isst man am Gardasee vorwiegend pur, fein püriert als Fruchtsoße oder gekocht als Kompott mit Vanilleeis.
Probieren Sie doch mal dieses winterliche, leicht bekömmliche Dessert, hier geht es zu unserem Rezeptvorschlag: Ricotta-Souffle mit Kakisoße |  |  |  |  | | | Trüffel
Duftende weiße Trüffel
Die besten Trüffel gibt es im Spätherbst und im Winter, Feinschmecker wissen das. Im Dezember und Januar sind die wertvollen, kulinarischen Bodenschätze am aromatischsten. Berühmt für hervorragende Trüffel, insbesondere weiße Trüffel, ist das kleine Städtchen Alba in Piemont, aber auch in den Laubwäldern rund um den Gardasee insbesondere am Monte Baldo, auf der Lessinia oder in den lombardischen Bergwäldern findet man köstliche schwarze Trüffel.
Trüffelsuche ist jedoch kein Hobby, wie man vielleicht vermuten möchte, so wie Schwammerlsuchen. Das Gebiet ist geschützt und nur ein amtlich ausgebildeter Trüffelsucher und extra dafür abgerichteten Trüffelhunde dürfen auf die Pirsch nach den duftenden Pilzen gehen. Es gibt verschiedene Trüffelsorten, aber der invernale – also der Wintertrüffel – hat das intensivste Aroma, auch hier am Gardasee. Übrigens „Wildern“ beim Trüffelsuchen wird hart bestraft.
Fündig werden die geschulten Hunde vor allem unter Haselnusssträuchern oder Eichen, da deren Wurzeln den Pilzen die idealsten Wachsbedingungen liefern. Rund um den Gardasee kann man in Feinkostläden die wertvollen Pilze ergattern, und das zu wesentlich günstigeren Preisen als im Piemont. Wenn dort auch sicherlich die besten Trüffel gedeihen, aber entscheidend für den Wohlgeschmack ist auch die Frische. Wer vor Ort am Lago ist, der sollte daher zugreifen! Vorher aber prüfen, ob die Qualität auch optimal ist. Und das erkennt man an der Festigkeit und am Duft. Die Größe allein ist kein Qualitätskriterium. Ein guter Trüffel muss hart und fest sein und einen intensiven Duft verströmen.
Und was bereiten sie aus den duftenden schwarzen Exemplaren zu? Meiner Meinung schmecken sie am besten sorgfältig gesäubert einfach über eine feine hausgemachte Pasta oder über ein Spiegelei hobeln. Buon appetito! |  |  |  |  | | | Bollito Misto mit Pearà
Deftiges typisches Veroneser Wintergericht: Bollito Misto mit Pearà
Belohnt werden all Jene mit kulinarischen Spezialitäten, die eben nur in den Wintermonaten so richtig munden, zum Beispiel, cotechino, eine Wurst aus Schweinefleisch und –schwarte, die warm gegessen wird, stracotto (Schmorbraten) aus Esel- und Pferdfleisch und natürlich ein bollito misto mit pearà. Wenn es draußen kühl und regnerisch ist und in den Trattorien das heiß dampfende Fleisch auf einem carrello (Servierwagen) angeboten wird, da läuft jedem das Wasser im Mund zusammen, es sei denn man ist Vegetarier.
Im Winter steht das Fleischspektakel in vielen gutbürgerlichen Gasthäusern auf der Speisekarte. Die Einheimischen haben jedoch ihre Geheimtipps, wo man den besten bollito misto bekommt und fast noch wichtiger, die dazugehörende typische Veroneser Sauce, die pearà. Der Wirt vom „Ristorante Cavour“ in Dossobuono, nahe dem Flughafen von Verona, berühmt für einen sensationellen bollito erzählte mir, dass viele seiner Gäste sich vor allem wegen der pearà das zart gegarte Fleisch bestellen.
„Pro Gast ein Schüsselchen von der Brot-Mark-Pfeffersauce ist völlig normal“, meint er. Der Geschmack dieser bräunlichen Sauce ist allerdings für uns, so finde ich zumindest, gewöhnungsbedürftig! Aber neben der pearà serviert man zu dem sanft gegarten Fleisch auch cren, also frischen Meerrettich, ein Überbleibsel der k&k Monarchie und eine aromatische grüne Sauce. Diese fleischige Wohllust, die aus Rind-, Schwein- und Kalbfleischstücken, fleischigem Hähnchen, würziger Rinderzunge und natürlich dem cotechino besteht, genießt man in und um Verona, aber auch in Mantova, wobei man sich hier vorwiegend eine scharf-würzige Mostarda dazu schmecken lässt.
Für alle die sich ein wenig Gardasee-Winterfeeling nach Hause ins kalte Deutschland holen möchten, hier unser Rezeptvorschlag: Bollito misto mit Pearà, grüner Sauce und Meerrettich |  |
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