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  Palazzo Forti – Moderne Kunst in Verona
  „ConfinInfranti – Broken Boundaries“ lautet der Titel der Dauerausstellung im Palazzo Forti, im Zentrum von Verona. Paradox gestaltet sich hierbei der Versuch, Grenzen zu setzen und zugleich die Grenzen des Zulässigen in der Kunst zu überschreiten. Sei es in Form von gattungsübergreifenden Rauminstallationen, die sich über die Konventionen der Architektur, Bildhauerei und Malerei hinwegsetzen oder in der Art einer modernen Raumbespielung des Palazzo Forti, einem historischen Bau aus dem 13. Jahrhundert.
 
 

Muniz „Saturno divora uno dei suoi figli, da Francisco de Goya Y Luciente“ (2005)
Verblüffend zeitgemäß transportieren Cindy Sherman, Spencer Tunick, Vanessa Beecroft oder Vik Muniz ihre historischen Vorbilder in die heutige Zeit. Eindrucksvoll demonstriert in Muniz „Saturno divora uno dei suoi figli, da Francisco de Goya Y Luciente“ (2005), wo wir erst nach längerer Betrachtung zu Zeugen des grausamen Vergehens Saturns an seinen Söhnen nach der Vorlage Goyas werden. Hyperrealistisch wirkt daneben John Isaacs bis auf die Haut entblößter Ziegenbock in „Other Peoples Lives“ (2003), der an unser aller Mitgefühl appelliert und an evolutionäre Prozesse erinnert. Wie starr und leblos blickt daneben Roni Horns „Arctic fox“ (2000) von seiner kühlen Fotografie herab.
   
  Neben Konzeptkünstlern wie Joseph Kosuth oder Sol Lewitt konzipiert auch Maurizio Cattelan eine Fußballmannschaft mit jungen Emigranten aus dem Senegal. Abgelichtet für seine Fotocollage „AC Forniture Sud“ (1991) erinnert die Aufnahme aber eher an junge Soldaten, die in den Krieg ziehen.

Kuratiert von Patrizia Nuzzo stehen sich hier Exponate aus unterschiedlichen Zeitepochen gegenüber, die thematisch jedoch sehr viel gemein haben. Digitale Technik trifft auf traditionelle Tafelmalerei – beide inspiriert von der Landschaft, des Porträts und der Anatomie ihrer Umgebung. Alles nur Nachahmung oder subjektive Wahrnehmung? Seit der Erfindung der Fotografie steht die Bildende Kunst nicht länger in der Pflicht, die Realität 1:1 abzubilden. Sie darf einen Blick hinter die Fassade riskieren und damit ihr eigenes Weltverständnis denunzieren. Längst ist sich die Fotografie ihrer manipulativen Wirkung bewusst und provoziert unsere Wahrnehmung immer wieder aufs Neue. Im Dreischritt vollzieht sich die Dialektik zwischen Betrachter, Werk und Raum.

Eine Liste aller vertretenen Künstler, sowie detaillierte Informationen zu Einzelwerken finden sich unter:
www.palazzoforti.it/artisti

Palazzo Forti
Galleria d'Arte Moderna
Volto Due Mori, 4
37121 Verona
Tel.: +39-045-8001903

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag
10:30 bis 19 Uhr
Montags geschlossen

Eintritt:
6,- Euro
3,- bis 5,- Euro ermäßigt
Freien Eintritt erhalten Kinder unter 7 Jahren

 
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