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Luxus ist… Zeit zu haben, um dass tun zu können, was man will
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 Marco Casarola |
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Herr Casarola, was fasziniert Sie an der Arbeit als Geschäftsführer von zwei 4-Sterne-Hotels am Gardasee?
Einfach alles. Der Kontakt mit den Gästen, der in meiner Position
nicht jeden Tag besteht, aber doch sehr persönlich
ist. Mich interessiert, wie es geht und ob alles stimmt. Übrigens hat jedes Hotel bei uns einen anderen Direktor und ich möchte unterstreichen, dass das alles Frauen sind. |
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Ich mag die stete Abwechslung. Auch wenn der Gast schon immer verwöhnt
werden wollte, so wandelt sich doch die Art und Weise, wie Urlaub
gemacht wird. Und dementsprechend wandelt auch die Art ein Hotel zu
promoten. Natürlich lernt man auch viele unterschiedliche Menschen und Kulturen
kennen.
Was macht Ihrer Meinung nach den Luxus eines Hotels aus?
Es ist nicht das erste Mal, dass mir diese Frage gestellt wird. - Für
mich ist Luxus kein Ding, kein Objekt – und auch kein Hotel. Luxus ist, die Zeit zu haben, um dass tun zu können, was man will.Ich besuche selbst
des Öfteren Luxus-Hotels und möchte dort machen, was mir gefällt und
zwar mit flexiblen Zeiten.
Ich fordere deshalb auch maximale Flexibilität von meinem Team. „Luxus“
und „Nein“, dass sind zwei Begriffe, die einfach nicht zusammen passen.
Luxus richtet sich an ein Publikum, dass über finanzielle Möglichkeiten
verfügt, dafür aber über wenig Zeit– das bedeutet das die wenige Zeit
exzellent genutzt werden muss und wir als Team darauf mit absoluter
Flexibilität reagieren müssen.

Diverse Analysen der Tourismus-Saison 2009 haben gezeigt, dass der Urlauber im Veneto qualitativ hochwertige Unterkünfte bevorzugt.
Das ist absolut wahr. Machen wir uns doch folgendes klar: auf den Urlaub
möchte heute keiner mehr verzichten. Im Urlaub will man es aber auch
mindestens genauso gut haben, wie zu Hause. Das betrifft viele Bereiche –
nicht nur Essen und Freizeitaktivitäten.
Im Jahre 2003 war ich einer der ersten, der Last-Minute-Angebote
komplett aus unseren Hotels herausgenommen hat. Denn tatsächlich ist es
so, dass derjenige, der im letzten Moment anruft, das Hotel belegt
vorfindet. Ziel ist nicht, den Preis zu drücken, sondern die Qualität zu
steigern, und das zu einem angemessenen Preis – denn Qualität kostet
und kann einfach nicht gratis sein.
Meine Frühbucher-Politik bringt praktisch immer Vorteile für denjenigen,
der frühzeitig bucht. Vor 7 Jahren wurde in unseren Hotels eigeführt, dass der Preis steigt, je später man
bucht. Die letzten freien Zimmer sind somit die teuersten. Wer im
letzten Moment sucht, findet also keine günstigeren Angebote. Häufig
findet er gar keine Zimmer mehr.
Viele Qualitätshotels senken angesichts der Krise die Preise, um so die
Belegung des Hauses zu gewährleisten. Halten Sie dies für eine gute
Strategie?
Eine gute Frage, die man sich auf jeden Fall stellen sollte. Letztes
Jahr war, wie man sagt, weltweit die schlechteste Saison überhaupt.
Meine Hotels sind letztes Jahr aber wirklich gut gelaufen. Was heißt
das? Gelitten hat, wer improvisiert, wer es nicht rechtzeitig verstanden
hat sich zu spezialisieren.
Es ist so, wie wir vorher bereits gesagt haben : Das Wellness-Hotel Principe di Lazise ist dem Wellness-Urlauber gegenüber aufmerksam – es
ist keine Unterkunft für jedermann, also z.B. nicht für Familien oder
für Busgruppen – auf der anderen Seite ist Le Torri del Garda kein
Wellness-Hotel, sondern ein Hotel für Familien. Die Tatsache, sich
spezialisiert zu haben, ermöglicht in Krisenzeiten wie wir sie letztes
Jahr erlebt haben, gute Ergebnisse.
Als Gast - schließlich bin ich ja nicht nur Hotelmanager, sondern auch
Gast – ärgere ich mich selber, wenn ich für eine Flasche Mineralwasser 5
Euro bezahlen soll, oder für einen Gang 20 Euro. Wir Konsumenten gehen
wesentlich bewusster mit der Frage um, wo wir unser Geld ausgeben.
Tendenzen muss man vorwegnehmen können. Bereits ein Jahr vor der Krise
haben wir z.B. die Preise von Le Torri del Garda während der Frühjahrs-
und Herbstsaison um 10% gesenkt, was im Herbst trotz Krisenzeit zu einer
Umsatzsteigerung von 30% geführt hat. Eine richtige Politik gestaltet
den Preis der Marktsituation angemessen.
2009 haben Sie das „Principe di Lazise – Wellness Hotel
& SPA“ eröffnet. Worin liegen die Stärken dieses 4-Sterne-Hotels im Vergleich
zu ähnlichen Häusern am Gardasee?
Das Gebäude ist natürlich sehr elegant und erlesen. Mir war es aber von
der ersten Minute an besonders wichtig, auf ein professionelles Team zu
bauen. Das hat seinen Preis, aber ich bin der Überzeugung die richtigen
Leute gefunden zu haben.
Anstelle mir zu überlegen, wie ich für ein Bild oder einen Sessel Geld
ausgeben kann, habe ich Scouting betrieben. Der SPA-Manager ist auf dem
Niveau eines Grand Hotels der Thermen von Sirmione und unser Chefkoch
Nicola Nicolucci bringt internationale Erfahrung im Restaurant ein. Er
war unter anderem 5 Jahr Koch von Bernie Ecclestone. So etwas macht den
Unterschied.
Schöne Hotels gibt es am Gardasee viele aber mir ist wichtig, dass das Principe di Lazise auf Grund der Qualität des Teams zu dem am meisten
geschätzten Hotel wird.

„Le
Torri del Garda Family Resort Hotel“, Ihr zweites Hotel am Gardasee, ist ein bewährtes und weithin bekanntes Haus für Familienurlaub. Was
wird es 2010 an Neuigkeiten geben?
Ein bedeutendes Hotelbewertungs-Portal hat uns auf Platz 7 der
beliebtesten Hotels am Gardasee gesetzt – und das bei insgesamt 1.354
Hotels. Auch hier ist es der Service, der die Beliebtheit ausmacht.
Wir haben gerade die Qualität der Küche noch weiter angehoben, da ich es
mit der Eröffnung des Principe di Lazise vor 7 Monaten als sehr
wahrscheinlich ansehe, dass Gäste, die dort kein Zimmer finden, da wir
einfach keine Unterkünfte für Kinder anbieten, im Le Torri del Garda die
gleiche Qualität geboten bekommen möchten.
Wir haben außerdem das Animationsteam von Mitte Mai bis Mitte September
verstärkt, so dass für die Sommerferien ein sehr fähiges Team bereit
steht. Nicht zuletzt möchte ich unbedingt erwähnen, dass es sich bei der Direktorin des Hotels Le Torri del Garda um meine Schwester handelt, welche das Hotel mit Leib und Seele betreut.
Sie sind nicht nur Hotelmanager, sondern auch Familienvater – was ist
Ihr Lieblingsausflug am Gardasee?
Darauf möchte ich ganz ehrlich antworten. Für meinen Sohn ist es einfach
wichtig, mit seinem Vater zusammen zu sein. Wo wir hinfahren ist
eigentlich egal. Es geht um die Zeit, die ich ihm widme.
Wenn ich ihn frage, worauf er Lust hat, sagt er, er will spielen. Ich
selber bin begeisterter Mountainbiker und meinem Sohn Matteo, der heute 6
Jahre alt ist, versuche ich diese Passion für das Rad zu vermitteln. Es
gibt hier wirklich viele Strecken, die auch mit Kindern zu bewältigen
sind. Lazise – Garda ist zum Beispiel eine ebene und damit sehr beliebte
Strecke.
Herr Casarola, wir danken Ihnen für dieses Interview. |
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