Tortellini-Kultfest "Festa del nodo d'amore" am 19. Juni 2012 in Valeggio sul Mincio
Die Viscontibrücke wird zum Freiluft-Restaurant 600.000 handgemachte Tortellini Schlemmen bis Mitternacht mit abschließendem Feuerwerk Umzug in historischen Kostümen
Ein höchst eindrucksvolles Spektakel ist das "Festa del nodo d'amore", das am 19. Juni 2012 auf der Viscontibrücke in Valeggio sul Mincio stattfindet. Zu Ehren der "Liebesknoten" - einer lokalen Pastaspezialität - wird die 600 Meter lange Brücke, die über dem malerischen Ortsteil Borghetto thront, seit 1993 an jedem dritten Dienstag im Juni zum Freiluft-Restaurant.
Das Festessen An drei Tischreihen werden ca. 4.000 Personen mit lokalen Leckereien verköstigt. Nach einem Aperitif und Antipasti kommt der eigentliche Höhepunkt des Festes auf den Tisch: von Hand gefüllte Tortellini - das kulinarische Aushängeschild von Valeggio.
100 freiwillige Köche und Köchinnen stellen in den Tagen vor dem Fest
gut 600.000 dieser so genannten "Liebesknoten" her. Dafür werden 500
Kilogramm Grana-Padano-Käse, 10 000 Eier und acht Doppelzentner Mehl
verarbeitet. Jeder darf essen, soviel er will. Doch die Tortellini sind
nur der erste Gang. Als Hauptspeise locken lokale Spezialitäten wie
Flussforelle oder Schweinelendchen mit Beilagen. Und dann gibt es
natürlich noch die Nachspeise.
Das Drumherum Das Gelage wird von einem Umzug
in historischen Kostümen untermalt und um Mitternacht steht ein großes
Feuerwerk auf dem Programm. Eine Teilnahme ist nur mit Voranmeldung
möglich. Aufgrund seines Kultstatus ist das Fest jedoch stets Wochen im
Voraus ausverkauft. Die Karten sind über das Fremdenverkehrsamt in
Valeggio sul Mincio erhältlich, das man unter +39-045-7951880 oder tourist@valeggio.com erreicht. Weitere Infos gibt es unter www.valeggio.com.
Die Legende der Liebesknoten Die Entstehung der
Tortellini von Valeggio und ihres romantischen Namens ist sagenumwoben:
Gegen Ende des 14. Jahrhunderts kämpfte der Mailänder Feldherr
Giangaleazzo Visconti mit seinen Truppen gegen die Mantuaner. Als sie
an den Ufern des Flusses Mincio die Stellung hielten, erzählte man
ihnen, der Mincio sei von wunderschönen Nymphen bevölkert, die manchmal
aus dem Fluss kämen, um am Ufer zu tanzen. Allerdings seien sie mit
einem alten Fluch behaftet, der sie zwänge, das Aussehen grässlicher
Hexen anzunehmen. Eines nachts sah der junge Hauptmann Malco die
geheimnisvollen Geschöpfe tatsächlich tanzen. Als er auf sie zuging,
flohen die Wesen schnell in den Fluss zurück. Nur eine blieb zurück - und Malco entdeckte unter dem hässlichen Hexenmantel eine wunderschöne
Nymphe. Die beiden verliebten sich sofort unsterblich ineinander und
schworen sich ewige Treue. Silvia, die Nymphe, musste jedoch vor
Sonnenaufgang in den Fluss zurück. Als Pfand ihrer Liebe gab sie Malco
ein goldenes Taschentuch mit einem zarten Knoten. Die Liebe der beiden
blieb nicht lange geheim, und eine eifersüchtige Hofdame denunzierte
daraufhin die schöne Silvia als Hexe. Die Nymphe sah nur eine Chance
für ihre Liebe: Malco musste ihr in die Unterwasserwelt folgen. Ohne zu
zögern, stürzte er sich in die Fluten und hinterließ am Ufer das
goldene, geknotete Taschentuch. Seitdem ist es unter den Frauen in
Valeggio Tradition, an Festtagen einen dünnen Nudelteig auszurollen und
daraus lauter kleine Tortellini zu formen, die sie liebevoll "Nodi
d'amore" (Liebesknoten) nennen und in zerlassener Butter mit
Salbeiblättchen anrichten.