Tortellini-Kultfest "Festa del nodo d'amore" in Valeggio sul Mincio

  • Die Viscontibrücke wird zum Freiluft-Restaurant
  • 600.000 handgemachte Tortellini
  • Umzug in historischen Kostümen
  • am 20. Juni 2017

 

Ein höchst eindrucksvolles Spektakel ist das "Festa del nodo d'amore", das jedes Jahr im Juni auf der Viscontibrücke in Valeggio sul Mincio stattfindet. Zu Ehren der "Liebesknoten" - einer lokalen Pastaspezialität - werden auf der Brücke zwei 600 Meter lange Tische aufgestellt, an denen ca. 4000 Gäste Platz nehmen. Seit 1993 findet das Festessen an jedem dritten Dienstag im Juni statt.

Nach einem Aperitif und Antipasti kommt der eigentliche Höhepunkt des Festes auf den Tisch: handgefüllte Tortellini - das kulinarische Aushängeschild von Valeggio.

100 freiwillige Köche und Köchinnen stellen in den Tagen vor dem Fest gut 600.000 dieser so genannten "Liebesknoten" her, die von 300 Kellnern beim Essen serviert werden. Dafür werden 500 Kilogramm Grana-Padano-Käse, 10.000 Eier und acht Doppelzentner Mehl verarbeitet. Jeder darf essen, soviel er will. Doch die Tortellini sind nur der erste Gang. Als Hauptspeise locken lokale Spezialitäten wie Flussforelle oder Schweinelendchen mit Beilagen. Und dann gibt es natürlich noch die Nachspeise.

Das Drumherum
Eine Teilnahme ist nur mit Voranmeldung möglich, die Karten kosten pro Person 70 Euro. Aufgrund seines Kultstatus ist das Fest jedoch stets Wochen im Voraus ausverkauft. Die Karten sind etwa ab Februar bei den teilnehmenden Restaurants der Associazione Ristoratori Valeggio und über das Fremdenverkehrsamt in Valeggio sul Mincio erhältlich, das man unter +39-045-7951880 oder tourist@valeggio.com erreicht.

Bei Regen behält sich der Veranstalter das Recht vor, das Essen abzusagen bzw. in die jeweiligen teilnehmenden Restaurants zu verlegen. Die Eintrittskarten werden nicht zurückerstattet.

Die Legende der Liebesknoten
Die Entstehung der Tortellini von Valeggio und ihres romantischen Namens ist sagenumwoben: Gegen Ende des 14. Jahrhunderts kämpfte der Mailänder Feldherr Giangaleazzo Visconti mit seinen Truppen gegen die Mantuaner.

Als sie an den Ufern des Flusses Mincio die Stellung hielten, erzählte man ihnen, der Mincio sei von wunderschönen Nymphen bevölkert, die manchmal aus dem Fluss kämen, um am Ufer zu tanzen. Allerdings seien sie mit einem alten Fluch behaftet, der sie zwänge, das Aussehen grässlicher Hexen anzunehmen. Eines nachts sah der junge Hauptmann Malco die geheimnisvollen Geschöpfe tatsächlich tanzen. Als er auf sie zuging, flohen die Wesen schnell in den Fluss zurück. Nur eine blieb zurück - und Malco entdeckte unter dem hässlichen Hexenmantel eine wunderschöne Nymphe.

Die beiden verliebten sich sofort unsterblich ineinander und schworen sich ewige Treue. Silvia, die Nymphe, musste jedoch vor Sonnenaufgang in den Fluss zurück. Als Pfand ihrer Liebe gab sie Malco ein goldenes Taschentuch mit einem zarten Knoten. Die Liebe der beiden blieb nicht lange geheim, und eine eifersüchtige Hofdame denunzierte daraufhin die schöne Silvia als Hexe.

Die Nymphe sah nur eine Chance für ihre Liebe: Malco musste ihr in die Unterwasserwelt folgen. Ohne zu zögern, stürzte er sich in die Fluten und hinterließ am Ufer das goldene, geknotete Taschentuch. Seitdem ist es unter den Frauen in Valeggio Tradition, an Festtagen einen dünnen Nudelteig auszurollen und daraus lauter kleine Tortellini zu formen, die sie liebevoll "Nodi d'amore" (Liebesknoten) nennen und in zerlassener Butter mit Salbeiblättchen anrichten.

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Bildnachweis: Pro Loco Valeggio, Th.Weimar gardasee.de