Italien erstattet Autobahn-Maut bei Baustellen-Stau
Rom – Urlauber und Vielfahrer auf italienischen Autobahnen können sich ab dem Sommer 2026 auf eine echte Neuerung freuen: Bei erheblichen Verzögerungen wegen Baustellen wird künftig ein Teil — bis hin zur vollständigen — der gezahlten Maut erstattet.
Die Idee stammt von der zuständigen Verkehrsregulierungsbehörde Autorità di Regolazione dei Trasporti (ART), die damit auf häufige Kritik reagiert: Italienische Autobahnen zählen zu den teuersten Europas — und durch Baustellen oder Staus kommen Autofahrer oft erheblich verspätet ans Ziel.
Wie funktioniert die Rückerstattung?
- Die Maut-Rückerstattung greift ab dem 1. Juni 2026, zunächst allerdings nur auf Autobahnabschnitten, die vollständig von demselben Betreiber unterhalten werden. (Vom Brennerpass bis zur Ausfahrt Affi ist dies der Fall.)
- Ab dem 1. Dezember 2026 sollen auch Abschnitte mit mehreren Betreibern einbezogen werden.
- Der Erstattungsanspruch entsteht bereits bei einem Zeitverzug von 10 Minuten auf Strecken bis 50 Kilometer.
- Bei längeren Strecken genügt eine Verspätung von 15 Minuten.
- Bei einer Verzögerung von mindestens drei Stunden wird die vollständige Maut zurückerstattet.
- Ausgenommen sind hingegen Notfall-Baustellen, Unfälle und wetterbedingte oder wetterbedingte Störungen.
- Die Rückerstattung soll über eine App abgewickelt werden, die alle privaten Autobahnbetreiber Italiens vereint.
- Ob und wie ausländische Fahrzeughalter (z. B. deutsche Urlauber) von der Rückerstattung profitieren können, ist laut ADAC derzeit noch nicht abschließend geklärt.
Warum diese Reform?
Italien hat europaweit eine der höchsten Autobahn-Mautbelastungen — die Gebühren basieren auf der gefahrenen Strecke, der Fahrzeugklasse und dem jeweiligen Betreiber. Das System ist oft unübersichtlich und intransparent. Mit der Reform will ART das Mautsystem gerechter und transparenter machen: Gebühren sollen künftig stärker an real erbrachte Leistungen gebunden werden — etwa an Investitionen der Betreiber — und willkürliche jährliche Mautanpassungen vermeiden. Langfristig könnte das die Kosten für Autofahrende senken. Zudem soll ein dynamisches Mautsystem eingeführt werden, bei dem Faktoren wie Tageszeit, Verkehrsaufkommen oder Umweltklasse des Fahrzeugs Einfluss auf die Kosten haben könnten — mit dem Ziel, Verkehrsstaus zu verringern und umweltfreundlichere Fahrweise zu fördern.
Alle Informationen zu Mautgebühren auf dem Weg zum Gardasee finden Sie hier