Euro-5-Diesel: Fahrverbot ab Oktober in Mailand, Brescia, Bergamo und Monza
Ab dem 1. Oktober 2026 gelten in Mailand, Brescia, Bergamo und Monza neue Fahrbeschränkungen für Diesel-Pkw der Abgasnorm Euro 5. Mit der Maßnahme soll die Luftqualität in der besonders in den Wintermonaten stark mit Luftschadstoffen belasteten Poebene verbessert werden. Für Gardasee-Urlauber ist vor allem Brescia relevant – die Orte am Gardasee selbst sind von dem neuen Fahrverbot nicht betroffen.
Fahrverbot werktags von 7.30 bis 19.30 Uhr
Die neue Regelung betrifft in der Lombardei ausschließlich die vier Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern: Mailand, Brescia, Bergamo und Monza. Dort dürfen Euro-5-Diesel-Pkw ab dem 1. Oktober von Montag bis Freitag zwischen 7.30 und 19.30 Uhr nicht mehr in den betroffenen Bereichen fahren. Feiertage sind ausgenommen.
Für Gardasee-Urlauber bedeutet das: Wer beispielsweise einen Ausflug nach Brescia plant, sollte mit einem Euro-5-Diesel aufpassen. Desenzano, Sirmione, Salò, Manerba, Limone und die übrigen Gardaseeorte sind von dem neuen Fahrverbot nicht betroffen.
Auch die Autobahnen sind von den Beschränkungen ausgenommen. Die Anreise zum Gardasee über die A4 bleibt daher auch mit einem Euro-5-Diesel möglich.
Welche Autos sind betroffen?
Die Regelung betrifft zunächst Diesel-Pkw der Abgasnorm Euro 5. Viele davon wurden zwischen 2011 und 2015 zugelassen. Entscheidend ist jedoch nicht das Zulassungsjahr, sondern die im Fahrzeugschein eingetragene Emissionsklasse.
Weitere Fahrzeugklassen folgen schrittweise: M2, N1 und N2 ab Oktober 2027, die übrigen Kategorien ab Oktober 2028.
Für bestimmte Fahrzeuge und Personengruppen gelten Ausnahmen. Zudem gibt es in der Lombardei das System MoVe-In, bei dem anstelle des zeitlichen Fahrverbots ein begrenztes jährliches Kilometerkontingent genutzt werden kann.
Veneto verschiebt die Maßnahme um ein Jahr
Im Veneto wird die Einführung entsprechender Euro-5-Beschränkungen dagegen auf den 1. Oktober 2027 verschoben. Das ist für Gardasee-Urlauber besonders relevant, denn zum Veneto gehören Verona sowie das gesamte östliche Gardaseeufer von Peschiera über Lazise und Bardolino bis Malcesine.
Die Region will die Luftbelastung zunächst mit anderen Maßnahmen reduzieren. Die italienische Gesetzgebung erlaubt den Regionen, die Euro-5-Fahrverbote aufzuschieben, wenn die notwendige Verringerung der Schadstoffemissionen mit alternativen Maßnahmen erreicht wird.
Warum ist die Luftqualität in der Poebene ein Problem?
Die Poebene gehört zu den europäischen Hotspots für Luftverschmutzung, wobei die Belastung vor allem in den Wintermonaten zum Problem wird. Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und Heizungen tragen zur Schadstoffbelastung bei. Gleichzeitig sorgen die geografische Lage zwischen Alpen und Apennin und häufige winterliche Inversionswetterlagen dafür, dass kaum Luftaustausch stattfindet und sich Schadstoffe über längere Zeit in Bodennähe sammeln können.
Die Maßnahmen gegen ältere Dieselfahrzeuge sind deshalb Teil einer umfassenderen Strategie zur Verbesserung der Luftqualität. Der Straßenverkehr ist dabei allerdings nur eine von mehreren Quellen der Luftverschmutzung.
Für Gardasee-Urlauber bleibt damit vor allem wichtig: Mit einem Euro-5-Diesel ist die Anreise zum Gardasee weiterhin möglich. Aufpassen muss man ab 1. Oktober 2026 insbesondere bei einem Ausflug nach Brescia sowie bei Fahrten nach Mailand, Bergamo oder Monza.