Strada della Forra, die "James Bond"-Straße
Die "Strada della Forra" ist eine spektakuläre Bergstraße am Nordwestufer des Gardasees südlich von Limone, die durch enge Schluchten und in den Felsen hineingebaut wurde. Seit dem 1. August 2025 ist sie wieder für den Verkehr geöffnet, allerdings nur für die Fahrt bergauf. Es bestehen weitere Einschränkungen, die Sie hier nachlesen können.
Traumstraße Strada della Forra
Die 6 km lange Fahrt den Berg hinauf nach Tremosine ist für sich allein ein grandioses Erlebnis. Von der Gardasana Occidentale auf 65 Höhenmetern führt sie steil auf 423 Höhenmeter in das Dorf Pieve di Tremosine. Atemberaubend sind nicht nur die Ausblicke auf den See, sondern auch die kurvenreiche Fahrt durch enge Schluchten, zerklüftete Felswände und in den Berg gehauene Tunnel.
Nur für die Fahrt bergauf geöffnet
Die Strada della Forra war von Dezember 2023 bis einschließlich Juli 2025 durchgehend gesperrt. Ein Bergrutsch, bei dem 8000 Kubikmeter Gesteinsmassen in den See gestürzt waren, hatte die Straße unbefahrbar gemacht. Zusätzlich stellte man fest, dass das Terrain nach wie vor gefährdet ist, so dass lange Zeit nicht sicher war, ob die Straße wieder geöffnet werden kann. Bei der Instandsetzung ging es daher auch um Untersuchungen zur Stabilität und Sicherheit der Berghänge. So war die Freude bei Anwohnern und Touristen groß, dass die Strada della Forra am 1. August 2025 wieder geöffnet wurde, allerdings nur für die Fahrt bergauf.
Wichtige Verbindung nach Tremosine
Ob mit Auto, Motorrad oder Bike, Touristen lieben die Strada della Forra und befahren sie oft nur aus purem Vergnügen. Für die Anwohner der Dörfer auf der Hochebene von Tremosine ist sie eine wichtige Verbindung. Nicht nur um selbst schnell am See zu sein, vor allem sind sie darauf angewiesen, dass Urlauber zu ihren Hotels, Unterkünften und Restaurants gelangen. Vor dem Bergrutsch nutzten im Durchschnitt 8000 Fahrzeuge pro Tag die Strada della Forra nach Tremosine.
Mit der zivilisierten Welt vereint
Die Straße war vor mehr als hundert Jahren auch schon in aller Munde. Seit 1889 wurde bereits über den Bau einer Straße von Porto, dem Hafen von Tremosine, bis Pieve gesprochen, dem ersten Ort der Hochebene, direkt an der steil abfallenden Bergkante. Es hat zunächst Jahre gedauert, bis die Finanzierung durch Regierung, Provinz und Gemeinde gesichert war. Arturo Cozzaglio, ein Autodidakt, Hydrologe, Geologe und Ingenieur ohne Abschluss, hat die Straße entworfen und in rund fünf Jahren realisiert. Zuvor hatte er schon die Seilbahn „Filo Cozzaglio“ entwickelt und gebaut. Sie beförderte Waren von Campione am See nach Pieve. Die Bewohner von Tremosine mussten vor dem Bau der Straße einen steilen und beschwerlichen Fußpfad nutzen. Bei der feierlichen Eröffnung am 18. Mai 1913 sagte Bürgermeister Domenico Milesi, dass die „Zeit der Isolation“ nun vorbei sei, denn Tremosine sei nun „mit der zivilisierten Welt vereint“.
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Winston Churchill: achtes Weltwunder
Die Worte des Bürgermeisters wurden schon bald Realität, denn die Nachricht von dieser außergewöhnlichen Straße verbreitete sich schnell. So bezeichnete der zur Eröffnung angereiste Korrespondent der Frankfurter Zeitung die Strada della Forra als „die schönste Straße der Welt“. Und tatsächlich brachte sie Tourismus und Wohlstand nach Tremosine. Im Jahr 1949, während eines Urlaubs am Gardasee, bestaunte auch Winston Churchill die Straße. Er war so beeindruckt, dass er sie als achtes Weltwunder bezeichnete.
James Bond: Verfolgungsjagd auf engen Bergstraßen
Heute ist die Strada della Forra auch bekannt durch die Anfangsszenen des James Bond Films „Ein Quantum Trost" aus dem Jahre 2008, mit einer atemberaubenden Verfolgungsjagd auf den spektakulär engen Bergstraßen. Anschließend nutzten verschiedene Autohersteller die Straße für Werbespots.
Terrassen mit fantastischer Aussicht
Entlang der Strada della Forra gibt es mehrere Aussichtspunkte, an denen man aber aktuell wegen des absoluten Halteverbots nicht anhalten darf. Doch wenn man oben in Pieve angekommen ist, wird man dafür mehr als entschädigt. Der Dorfplatz liegt direkt an der Felskante mit einer fantastischen Aussicht über den See und zum Monte Baldo. Auch einige Cafés und Restaurants haben Terrassen in schwindelnder Höhe, teilweise sogar über den Abgrund gebaut, wie die Terrazza del Brivido, die berühmte Schauderterrasse am Hotel Paradiso.
Alternative Routen über Limone und Tignale
Für die Rückfahrt, oder wenn die Strada della Forra mal gesperrt ist, gibt es alternative Routen über Limone oder Tignale, die aber mehr Zeit beanspruchen. Die Strecke über Limone ist bequem befahrbar und kann bei der Talfahrt auch mit schönen Ausblicken auf den See aufwarten. Bei der Fahrt über Tignale muss ein tiefer Taleinschnitt mit unzähligen Serpentinen hinunter und wieder hinauf überwunden werden. Dafür sollte man etwas mehr Zeit einplanen.